Einsatzbericht

B 5 | Großbrand Fa. Schweizer Elektronic AG - Sulgen
Alarmzeit 01.06.2005, 10:03 Uhr
Alarmstichwort Brand 5 - Industriebrand
Fahrzeuge MTW [1/19], LF 10/6 [1/42], LF 16/12 [1/44], TSF [2/47], SW2000-Tr [2/62], LF 8/6 [3/42]
Einsatzbericht

Am Morgen des 1. Juni 2005 ereignete sich im Werk der Firma Schweizer AG in Schramberg-Sulgen ein Zwischenfall, der zum vermutlich größten und gefährlichsten Feuerwehreinsatz in der Geschichte des Landkreises Rottweil  führte.

Um 11.03 Uhr wurde der Rettungsleistelle in Rottweil ein Brand in der Abwasseraufbereitung der Firma gemeldet. Aufgrund der tiefschwarzen Rauchsäule und den deutlich hörbaren Explossionen wurde noch auf der Anfahrt der Einsatzkräfte die Alarmierung auf Vollalarm der Gesamtfeuerwehr Schramberg ausgweitet. Ebenso wurde sofort der ELW2 und Gefahrgutzug des Landkreises angefordert.

Eine erste Lageerkundung ergab, dass ein drittel des Altbaukomplexes bereits in Vollbrand standen, die Dachhaut durchgebrannt war und eine massive Brandausbreitung auf den angrenzenden Neubau und auf weitere Gewerbebetriebe bestand – zum Teil waren an den umliegenden Gebäuden schon Fenster geplatzt.

Diese Gefahr veranlaste den Einsatzleiter weiter 3 Löschzüge der Feuerwehren Dunningen, Rottweil und Oberndorf nachzufordern. Aufgrund der absehbaren Wasserknappheit wurden kurze Zeit später die zwei für die Löschwasserforderung ausgestatteten Löschzüge Schiltach und Dunningen-Seedorf mit ihren Schlauchwagen angefordert. In Spitzenzeiten wurden ca. 16.000l Löschwasser pro Minute verbraucht.

Somit wurde auch für die Gesamtfeuerwehr Dunningen Vollalarm ausgelöst. Die verbleibende Feuerwehrabteilung Dunninge-Lackendorf wurde mit ihrem Fahrzeug nach Dunningen beordert um von dort den Grundschutz für die Gemeinde sicher zu stellen.

Da sich die Lage nicht zu stabilisieren schien und die Gefahr drohte, dass es im weiteren Einsatzverlauf zu einer größeren Anzahl von Verletzten kommen könnte, wurden sämtliche freie Kapazitäten des Rettungsdienstes der Landkreise Rottweil, Schwarzwaldbar und Tuttlingen zusammengezogen. Zusätzlich wurden alle Ortsverbände des DRK alarmiert um Verletzensammelplätze einzurichten.

Dem Einsatz der Trupps im Innennangriff und dem konsequenten Außenangriff, auch über vier Drehleitern war es zu verdanken, dass gegen 16.30 Uhr die Lagemeldung „Feuer unter Kontrolle“ gegeben werden konnte. Der Gesamtschaden wird auf über 150.000.000€ geschätzt. Als Brandursache, so eine Pressemitteilung des Unternehmens kann ein technischer Defekt angenommen werden – da die Brandtemperaturen knapp unter dem Schmelzpunkt von Stahl lagen, wurden sämtliche Spurenträger vernichtet.

Die Feuerwehr Dunningen war gegen 21.00 Uhr wieder Einsatzbereit am Standort zurück.

Weitere Informationen