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Ehrenamt der Feuerwehr stärken


Ein Nachlass auf die Grundsteuer, ermäßigte Kindergartengebühren und ein kommunaler Zuschuss für Besuche im Fitnessstudio: Dettenhausen im Kreis Tübingen will bei der Rekrutierung der immer knapper werden ehrenamtlichen Brandbekämpfer mit finanziellen Anreizen auf breiter Front neue Wege gehen.

Der Kreisbrandmeister des Landkreises Ludwigsburg, Arnd Marquardt, findet das gut. Man müsse sich einiges einfallen lassen, um das Ehrenamt in der Feuerwehr – auf das alle Städte und Gemeinden ohne Berufsfeuerwehr nicht verzichten können – wieder attraktiver zu machen, sagt er. Langfristig reiche es nicht, wenn einzelne Kommunen – wie etwa Marquardts Heimatstadt Kornwestheim – ihren Rettungskräften einmal die Woche freien Eintritt ins Hallenbad gewähren.

Vielmehr gelte es, neue Anreize fürs Engagement bei den Feuerwehren zu schaffen – so wie es sie vor der Abschaffung der Feuerwehrabgabe in den 1990er Jahren gab. Würde Feuerwehrkameraden etwa der Lkw-Führerschein komplett bezahlt, so wäre das für Nachwuchskräfte vielfach durchaus ein Anreiz, sich für ein paar Jahre an die eigene Wehr zu binden, glaubt der Kreisbrandmeister.

Dabei sind die reinen Mannschaftsstärken noch nicht einmal das Kernproblem der Wehren. Das besteht vorwiegend in der oft ungenügenden „Tagesverfügbarkeit“ der Feuerwehrleute vor Ort. Wer etwa in Murr wohnt und dort Mitglied der Wehr ist, aber in Stuttgart oder Heilbronn arbeitet, wird seinen Kameraden einfach von Berufs wegen häufig bei Einsätzen fehlen: Zwei Drittel aller Feuerwehreinsätze – von der klassischen Brandbekämpfung bis hin zu den vielen, zahlenmäßig längst im Vordergrund stehenden Hilfeleistungen bei Unfällen oder Umweltschäden – finden tagsüber statt. Damit auch in diesen Zeiten möglichst wenig Not am Mann (oder der Frau) ist, weiten die Wehren im Kreis ihre Zusammenarbeit aus – und verbessern damit auch ihre Organisation und Logistik.

So ist vielfach eine echte Nachbarschaftshilfe an die Stelle der einstigen, über Stützpunktwehren organisierten Überlandhilfe getreten. Maxime: Beim Grundschutz ergänzen sich direkt benachbarte Einheiten wie etwa Oberriexingen und Sersheim, Mundelsheim und Hessigheim oder Affalterbach und Erdmannhausen, werden zusätzliches Gerät und zusätzliche Kräfte benötigt, kann man aufs bewährte Korsett der Stützpunktwehren zurückgreifen.

Ein weiterer Ansatzpunkt hört auf den Namen Petra – die „Pendlertransferanalyse“. In diesem Pilotprojekt erheben die Feuerwehren im Kreis, wo ihre Kameraden arbeiten – und so potenziell bei Einsätzen tagsüber zur Verfügung stünden. Die Idee: Die Feuerwehrfrau aus Pleidelsheim, die in Tamm arbeitet, würde so zwar ihrer Heimatwehr bei einem mittäglichen Unfall in Pleidelsheim fehlen, könnte dafür aber den Brand in Tamm mit löschen.

Schon auf Kreisebene verspricht sich Arnd Marquardt allerhand von einem solchen Modell, durch eine regionale Vernetzung der Petra-Daten ließe sich auf einer zweiten Stufe noch deutlich mehr erreichen.

Im Übrigen könnten die Kommunen auch als Arbeitgeber direkt etwas für ihre Wehren tun, sagt Marquardt und nennt Asperg als Beispiel. Im dortigen Bauhof seien einige Feuerwehrleute beschäftigt – was die örtliche Feuerwehr bei Bagatelleinsätzen beträchtlich entlaste: Wenn eine Ölspur beseitigt oder eine brennende Mülltonne gelöscht werden müsse, seien die Feuerwehrleute vom Bauhof schnell und zuverlässig vor Ort.

Quelle: www.feuerwehr.de
Artikel mit Bild auf Ludwigsburger Kreiszeitung

 

Letzter Einsatz

Mit dem Alarmistichwort „Gebäudebrand“ wurde die Gesamtfeuerwehr Dunningen am Spätnachmittag des Muttertags nach Lackendorf gerufen. Außer dem wurde ein Hubrettungsfahrzeug der Feuerwehr Rottweil mitalarmiert. Den anrückenden Kräften wies von weitem eine dunkle Rauchsäule den Weg zur Einsatzstelle am Ortsausgang von Lackendorf in Richtung Stetten. Eine Scheune mit landwirtschaftlichen Geräten und Futtermittelvorräten stand bei unserem Eintreffen in Vollbrand.
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